Das kreative Potential

Jeder Mensch verfügt über individuelles, kreatives Potential, auch wenn er sich dessen gar nicht bewusst ist, denn wir Menschen sind von Natur aus schöpferische Wesen denen das kreative Potential innewohnt; daher müssen wir es uns nicht aneignen oder erlernen. Wie auch unsere Kreativität, bedarf unser kreatives Potential der entsprechenden Pflege und des Schutzes um nicht zu verkümmern. Falls tatsächlich in Vernachlässigung geraten, können beide im Coaching wieder erweckt werden, sofern dazu die innere Bereitschaft und der Wille besteht – Kreativität beruht auf Freiwilligkeit; erzwingbar ist sie auf keinen Fall.

Die kreativen Kompetenzen

Das bloße Vorhandensein von kreativem Potential sagt allerdings noch nichts über die Qualität eventueller kreativer Methoden, Prozesse und deren Ergebnisse aus, denn ohne entsprechende Kompetenzen können keine nennenswerte kreative Qualität oder außergewöhnliche Werke entstehen. In der Psychologie wird daher beispielsweise in allgemeine, alltägliche oder kleine Kreativität – zu der einfache Alltagshandlungen zählen –, und in außergewöhnliche, große Kreativität – zu der außergewöhnliche schöpferische Tätigkeiten zählen, die auch für andere Menschen von Bedeutung sind –, unterschieden.
Um solche Werke zu schaffen, benötigen wir neben persönlicher Freiheit und Freiräumen, kreative Kompetenzen; also besondere Fähigkeiten, Wissen und Können, die erlernbar sind und im Coaching gefördert werden können. Einige Menschen verfügen außerdem über kreative Begabungen und Talente, die genetisch bedingt sein können, und die deshalb scheinbar dauerhaft zur Verfügung stehen; doch auch diese müssen trainiert und gepflegt werden, um nicht zu verkümmern.

Das kreative Schaffen

Kreatives Schaffen ist sehr häufig auch mit Spaß, Freude, Erfüllung, Flow und meditativen Zuständen verbunden, in denen sich im besten Fall sogar unser Ego vorübergehend auflöst; dann geschieht alles absolut problemlos und fast wie von selbst. Doch nicht immer geht uns kreatives Schaffen so leicht von der Hand; es kann ein Ringen mit uns selbst, dem Material und mit unserem Umfeld sein. Vieles hält uns davon ab unsere ursprüngliche Kreativität, unser 'tiefstes Inneres' zum Ausdruck zu bringen. Oft sind es Impulse der Umwelt, die den natürlichen Fluss der Kreativität blockieren. Manchmal scheint der gesamte kreative Prozess eine Problembewältigung zu sein, oder es mangelt schlicht an persönlichen Voraussetzungen. Dennoch brauchen wir solche Hindernisse, Probleme und sogar Blockaden, um neue ungewöhnliche Ideen zu entwickeln. Auch in diesen Fällen kann ich Ihnen als Ihr Coach weiterhelfen.

Was verstehen wir überhaupt unter Kreativität?

Jeder scheint eigene Definitionen von Kreativität und Ansichten über diese zu haben. Denn neben den schöpferisch Tätigen, gibt es Menschen, die ihre Kreativität oder ihr kreatives Potential nicht wahrnehmen, obwohl sie durchaus schöpferisch aktiv sein können; und es gibt solche, die behaupten, sie seien ganz besonders kreativ, obwohl sie nur kopieren oder schlichte Vorgaben erfüllen.


Selbstverständlich existieren grundlegende, allgemeine Theorien zur Kreativität beziehungsweise zu ihren Bereichen usw., doch gibt es bisher noch keine eindeutige Definition des Phänomens Kreativität, die von Allen gleichermaßen anerkannt würde – selbst die Kreativitätsforschung ist sich nicht einig –, denn "die wahre Geschichte der Kreativität ist schwieriger und weniger erforscht als viele oberflächliche optimistische Berichte uns glauben machen wollen" (Csikszentmihalyi 2014: 9), meint der Glücksforscher und Erfinder des Flows Mihaly Csikszentmihalyi.


Um mit dem Klischee der Kreativität aufzuräumen:


  • Kreativität ist kein Luxus, sondern zwingend für die menschliche Entwicklung und wichtig für unser Vorankommen.
  • Kreativität ist nicht das Privileg bestimmter Menschen, wie Künstler, Feingeister oder ausgeflippter Typen, sondern die Summe bestimmte Fähigkeiten eines jeden Menschen, seiner Ideen, Inspirationen, Vorhaben, Aufgaben sowie Probleme, in unkonventioneller Weise, mit originärem Geist und Verstand, effektiv umzusetzen und zu bewältigen.
  • Kreativität gedeiht nicht etwa im ‘künstlerischen Chaos‘, sondern benötigt individuelle Planung, Ordnung und Geist. Kreative entwickeln ihre ganz eigenen Methoden, die für Außenstehende chaotisch erscheinen mögen, es jedoch nicht sind.
  • Kreativität bewirkt nicht immer nur Positives und Erbauliches, sondern kann leider auch im negativen Sinn sehr destruktiv eingesetzt werden.
  • Kreativität beschränkt sich nicht nur auf uns Menschen, sondern sie ist eine Eigenschaft aller lebenden Systeme.

Der Begriff Kreativität ist vom lateinischen creare abgeleitet, was etwas erschaffen, wählen, hervorbringen, schaffen, verursachen, ernennen, zeugen, ins Leben rufen bedeutet. Kreieren bedeutet, etwas durch Überdenken und Selektieren zu schöpfen, also schöpferisch tätig sein. Der Begriff Kreation hat sich in der Modeszene etabliert und bedeutet neue Modeschöpfung, Modell, Modellreihe. Übrigens ist der Begriff Kreatur vom kirchenlateinischen creatura abgeleitet und bezeichnet ein Wesen oder Geschöpf, das dem Höherem untergeben ist.


Kreativität ist jedenfalls "eine zentrale Sinnquelle unseres Lebens […]. Sie fasziniert, weil sie uns aus dem Alltag heraushebt, weil sie uns das Gefühl gibt, intensiver zu leben als sonst […]. Kreativität hinterlässt ein Ergebnis, das zum Reichtum und zur Komplexität des Lebens in der Zukunft beiträgt" (Csikszentmihalyi 2014: 10), sofern ihre Methoden im positiven Sinn eingesetzt werden. Kreativität entsteht "aus der Interaktion dreier Elemente, die gemeinsam ein System bilden: einer Kultur, die symbolische Regeln umfasst, einer Einzelperson, die etwas Neues in diese symbolische Domäne einbringt, und einem Feld von Experten, die diese Innovation anerkennen und bestätigen" (Csikszentmihalyi 2014: 17).


Was wäre unser Leben ohne Kreativität?